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Öffnungszeiten: Di. – Fr. 13 – 18 Uhr | Sa. + So. 11 – 18 Uhr | jeden ersten Do. im Monat: 13 – 20 Uhr

Ommo Wille

Einblicke in den fotografischen Nachlass

09.05. – 28.06.2026 / Eröffnung 08.05.2026

Ommo Wille, aus der Serie: Zwischenzeit, bei Harbke, 1992 © Nachlass/Estate – Sammlung Museum für Photographie Braunschweig

Ommo Wille, a.d. Serie: Zwischenzeit, Harbke, 1990, Sammlung Museum für Photographie Braunschweig © Ommo Wille

Ommo Wille, Grenzturm, bei Helmstedt, a.d. Serie Zwischenzeit, 1991, Sammlung Museum für Photographie Braunschweig © Ommo Wille

Ommo Wille, Wachturm, bei Helmstedt, a.d. Serie: Zwischenzeit, 1991, Sammlung Museum für Photographie Braunschweig © Ommo Wille

Ommo Wille, Glasbaum (Glasblume) – große Halle, a.d. Serie Palast der Republik, 1992, Sammlung Museum für Photographie Braunschweig © Ommo Wille

Ommo Wille, Glasbaum (Glasblume) – große Halle, a.d. Serie: Palast der Republik, 1992, Sammlung Museum für Photographie Braunschweig © Ommo Wille

Ommo Wille, Lobby, a.d. Serie Palast der Republik, 1992, Sammlung Museum für Photographie Braunschweig © Ommo Wille

Ommo Wille, Lobby, a.d. Serie: Palast der Republik, 1992 © Ommo Wille

Ommo Wille (1959-2024) studierte von 1981-1989 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig Freie Kunst und übte Lehrtätigkeiten an der Universität der Künste in Berlin aus. Seine Familie schenkte 2026 dem Museum für Photographie Braunschweig den fotografischen Nachlass aus dem Werk des Künstlers, das darüber hinaus auch Zeichnungen und Malerei umfasst. Ebenso war Ommo Wille als Illustrator tätig.

Anfang der 1990er Jahre, kurz nach der ‚Wende‘, setzte sich Ommo Wille in dem umfangreichen Fotografie-Projekt „Zwischenzeit“ mit dem ehemaligen deutsch-deutschen Grenzland in der Region um Braunschweig, Sachsen-Anhalt sowie in Berlin, Potsdam und Brandenburg auseinander. Zahlreiche Schwarzweiß-Fotografien entstanden mit einer Panoramakamera und zeigen in erweiterter und aus kompositorisch individueller Perspektive die Strukturumbrüche der Wendezeit nach 1989. Sie geben Einblicke in die politisch geprägten Landschaften der ehemaligen DDR, deren gesellschaftspolitische Auswirkungen bis heute relevant sind.

Neben dem ehemaligen Gutshof Harbke, zu DDR-Zeiten „Hof der LPG Freundschaft“,  sind Außen- und Innenansichten der Bauten an der Grenzübergangsstelle Marienborn, verlassene Truppenstationierungen im ehemaligen Rittergut Erxleben und viele weitere Motive aus bildnerisch eindrucksvollen Perspektiven als Gelatine-Handabzüge entstanden.

Einige Motive befanden sich bereits in der Sammlung des Museums für Photographie und wurden in Projekten wie „Das regionale Gedächtnis“ oder Ausstellungen der „Braunschweigischen Landschaft“ gezeigt. Ausstellungen zu dem wichtigen Werkkomplex wurden ebenso 1993 in der Hochschulgalerie der HBK Braunschweig und 1994 im Braunschweigischen Landesmuseum präsentiert.

Zur Werkgruppe gehört auch ein Motiv aus dem ehemaligen Palast der Republik, der – aktuell in den Medien präsent – vor 50 Jahren im April 1976 in Ostberlin eröffnet wurde, bevor er in den 1990er Jahren aufgrund seiner Asbestbelastung wieder abgerissen wurde. Bis 1990 war er Sitz des DDR-Parlaments sowie ein beliebter Ort für Freizeit und Kultur. Foyer und Treppenhaus leuchteten aufgrund der großzügigen Lampenanlagen Tag und Nacht.

In farbintensiven und hochwertigen Abzügen widmete Ommo Wille „Erichs Lampenladen“ – so die umgangssprachliche Bezeichnung des Palastes – vor dessen Abriss eine weitere wichtige Werkgruppe innerhalb seines fotografischen Ouevres und schrieb hierzu:

„1992 und 1993 hatte ich die Möglichkeit den Palast der Republik der DDR unter der kundigen Leitung eines Ingenieurs noch ein letztes Mal zu besichtigen und dabei mit einer Mittelformatkamera (Pentacon Six, 6 x 6 cm) zu fotografieren. Die Aufenthalte waren jeweils auf 2 Stunden begrenzt. Daher ist die Ausbeute des Bildmaterials leider sehr gering. Trotzdem hoffe ich, dass ich wenigstens einen kleinen Einblick in den jetzt verschwundenen Palast der Republik geben kann.“