Ausstellungen

Europe. South East
Recorded Memories.

Eröffnung 23.05.13, 19 Uhr
Peter Tzanev, aus der Serie Project Areas, 2011
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Nikola Mihov, Memorial house of the Bulgarian Communist Party, Buzlujda, aus der Serie Forget Your Past - communist era monuments in Bulgaria, 2009-2012
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Andreas Tsonidis, Thodoros in the living room, 2008
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Ausstellungsort:
267 . Quartiere für zeitgenössische Kunst und Fotografie
Hamburger Straße 267, Braunschweig

Ein Projekt des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Museum für Photographie Braunschweig

Kuratiert von Constanze Wicke und Kuratoren aus elf Ländern Südosteuropas

Verblassen mit dem Vergehen der Zeit nicht all unsere sinnlichen Wahrnehmungen und fallen schließlich dem Vergessen anheim, obwohl wir diese fortan wie Ahnungen mit uns herumtragen?[1]

Erinnern und Vergessen sind gleichermaßen dem Gedächtnis zugehörige Vorgänge und Forschungsgegenstand unterschiedlicher Disziplinen: Geschichts- und Medienwissenschaft, Soziologie oder auch Psychologie befassen sich mit diesen Phänomenen und ihren Auswirkungen auf individuelle und soziale Konstruktionen von Bedeutung. Auch die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema hat eine lange Tradition mit Vertretern wie Ilya Kabakov und seinen raumgreifenden Inszenierungen fiktiver Charaktere im Kontext der sowjetischen Gesellschaft, oder auch Christian Boltanski, dessen Œu­v­re um die pseudo-dokumentarische Rekonstruktion der eigenen Biografie kreist. Exemplarisch für die filmische Bearbeitung des Themas steht u.a. das Werk Memento von Christopher Nolan (USA, 2000), in welchem durch besondere stilistische Mittel (Nicht-) Erinnerungsprozesse erfahrbar werden.

Die thematische Ausstellung »Europa/Südost. Eingeschriebene Erinnerung« präsentiert Arbeiten von KünsterInnen aus elf Ländern Südosteuropas, die sich mit Fragen des kollektiven Gedächtnisses, Erinnerungskulturen und der Rolle der Bilder in diesen Prozessen auseinandersetzen. Als „Index des Vergangenen“ ist die Fotografie mit der Annahme verhaftet, Momente in der Zeit sowie historische Ereignisse objektiv aufzuzeichnen und festzuhalten – eine „[…] Methode, dem flüchtigen immateriellen Erinnerungsbild im Außen ein materielles Bild als eine Form von Dauer entgegenzustellen […].“[2] Die Bildmedien scheinen einen dauerhaften visuellen Zugang zu vergangenen Ereignissen zu gewährleisten. Jedoch ist diese mediale Fixierung immer auch als Konstruktion von Wirklichkeit zu verstehen, einer gegenwärtigen Absicht folgend überformt. Die 23 eingeladenen Künstler- Innen der Ausstellung hinterfragen über die Medien Fotografie und Film diese Konstruktionen von Geschichtsschreibung und stellen ihre eigenen Zugänge und Sichtweisen vor.

Die Ausstellung präsentiert Fotografien, Videos und Installationen von KünstlerInnen aus den Ländern Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Mazedonien, Republik Moldau, Rumänien, Serbien, Türkei und Zypern:

Hassan Abdelghani (Pula); Ana Adamović (Belgrade); Jelena Blagović (Zagreb); Pavel Brăila (Chisinau); Michele Bressan (Bucharest); Marianna Christofides (Nicosia/Cologne); Iosif Király (Bucharest); Panos Kokkinias (Athens); Milomir Kovačević (Sarajevo/Paris); Nikola Mihov (Sofia/Paris); Erhan Muratoğlu (Ankara); Nikola Radić Lucati (Belgrade); Ștefan Sava (Bucharest); Stefana Savić (Belgrade); Sašo Stanojkoviǩ (Skopje); Predrag Terzić (Belgrade); Andreas Tsonidis (Thessaloniki); Peter Tzanev (Sofia); Žaneta Vangeli (Skopje); Sandra Vitaljić (Zagreb); Vangelis Vlahos (Athens); Fani Zguro (Tirana/Berlin); kavecS Vana Kostayola & Kostis Stafylakis (Athens/Geneva)

Nach der Präsentation in Braunschweig am Standort 267 Quartiere für zeitgenössische Kunst und Fotografie wird die Ausstellung in elf Ländern Südosteuropas zu sehen sein. Ein umfangreiches Katalogbuch mit Essays von Autorinnen und Autoren aus der Region Südosteuropa erscheint zur Eröffnung (Katalog in 2 Bänden mit Beiträgen von Konrad Clewing, Suzana Milevska, Ana Panić, Basak Senova u. v. a., Spector Books, Leipzig).

Parallel zur Ausstellung »Europa/Südost. Eingeschriebene Erinnerung« ist in den 267 Quartieren die Ausstellung »20 Jahre Klasse Dörte Eißfeldt – Heute kein Plenum« der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig zu sehen, Informationen auf http://www.hbk-bs.de

[1] Ulrike Kregel: Bild und Gedächtnis, Berlin 2009, S. 211

[2] ebd, S. 210

Presseinformationen

Veranstaltungen

Ein Projekt des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Museum für Photographie Braunschweig

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