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In seinen Fotoarbeiten setzt sich der estländische Künstler Mark Raidpere auf neue, unerwartete Weise mit dem Körper auseinander. Als Spiegel der körperlichen Identität des Künstlers spielt das fotografische Medium hier auf den ersten Blick eine durchaus konventionelle Rolle; die verschiedenen Bedeutungsschichten enthüllen sich erst später.
Raidperes Selbstporträt-Akte weisen die Künstelei eines typischen "Modellbenimms" auf, hinter der wir eine ganze Palette kultureller und persönlicher Körperdefinitionen ausmachen können. In seinen Aktporträts klingen Untertöne von etwas Bösem, Verzerrtem an: Man denkt an den Außenseiter, den Drop-out, den Kriminellen. Diese Anspielungen werden noch verstärkt durch die an Archivaufnahmen gemahnende körnige Grautonigkeit der Bilder und durch die winzigen Flecken auf Armen und Händen des Modells, die unser "visuelles Vergnügen" systematisch vereiteln.
Raidperes Bilder verdienen Bewunderung, denn es ist ihm gelungen, ein ausdrucksstarkes Werk innerhalb des scheinbar erschöpften Genres des Selbstporträts zu schaffen.
- Peeter Linnap -
Nominiert von Peeter Linnap, Kritiker, Tallin

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